Vor knapp 6 Wochen wurde das Projekt Breitband für Jena gestartet und die Resonanz zeigt, wie wichtig das Thema für Jena ist. In der kurzen Zeit seit dem Start der Breitbandmap für Jena (zu finden unter breitband.piraten-jena.de) haben bereits mehr als 10.000 Jenaer die Karte angeklickt, fast 100 Bürger haben die Gelegenheit genutzt und ihre Anschlussdaten eingetragen oder eintragen lassen.
Das Bild, welches sich aus diesen Einträgen ergibt, zeigt deutlich, wo die Probleme in Jena liegen. Nicht Randgebiete oder die umliegenden Gemeinden sind unterversorgt, sondern paradoxerweise die innerstädtischen Bereiche. So gibt es beispielswiese in Cospeda oder auch Münchroda Anschlussinhaber mit Bandbreiten von bis zu 16.000 Mbit/s (DSL 16.000). Im Westviertel aber auch in den Gebieten rund um den Intershop-Tower gibt es fast ausschließlich Anschlüsse mit einer Übertragungsrate von maximal 1Mbit/s (DSL 1000). Oft liegt die reale Geschwindigkeit sogar noch weit darunter und neue Anschlüsse sind in diesem Bereich kaum noch zu bekommen. Grund dafür ist die Überlastung der bestehenden Netze. Immer mehr Haushalte wurde über die gleichen alten Leitungen mit DSL versorgt, so dass sich immer mehr Nachbarn die gleichen Leitungen teilen müssen. Gehen zu Spitzenzeiten viele Bewohner online brechen die Verbindungen teilweise zusammen und die Übertragungsraten sinken noch weiter ab.
Ein Ausbau der Bandbreiten um eine Grundversorgung mit Breitbandinternet herzustellen ist also heute schon dringend geboten. Damit steigert man nicht nur das wirtschaftliche Potential der Gebiete sondern ermöglicht den Anwohnern auch den Zugang zu modernen Angeboten wie eWork, eGoverment oder eHealth.
Für die Zukunft werden die Anforderungen in diesem Bereich sogar noch deutlich höher ausfallen. So sieht die Breitbandstrategie der Bundesregierung (1) vor, bis Ende 2010 flächendeckend Breitbandanschlüsse zur Verfügung zu haben. Bis 2014 sollen sogar 75 Prozent der Haushalte Anschlüsse mit Brandbreiten von DSL 50.000 und höher haben.
Auch die EU hat die Zielsetzungen im Sektor Breitband erhöht (2). Spätestens 2013 soll für jeden EU-Bürger ein Breitband-Anschluss möglich sein, bis 2020 soll der Ausbau für 50 Prozent der EU-Bürger bei mindestens DSL 100.000 liegen.
Die notwendigen Technologien für bessere Bandbreiten sind heute bereits vorhanden. Neben den kabelgestützten Verfahren die neben dem normalen Telefonkabel auch den TV-Kabelanschluss und sogar die Stromleitungen (Powerline) nutzen, gibt es mit WLAN, Wimax und den Mobilfunknetzen auch unterstützend die Möglichkeit kabellos Anbindungen zu schaffen. Im privaten Bereich werden letztere Technologien in Jena bei Freifunk (3) oder NAOS (4) bereits genutzt.
Es wird also dringend Zeit, dass Jena im Breitbandbereich aktiv wird und über den Planungsstand hinaus geht.
Das Projekt Breitbandmap ist im Übrigen noch lange nicht abgeschlossen. Wer sich ebenfalls beteiligen und seine Daten zur Verfügung stellen möchte kann dies unter breitband.piraten-jena.de tun.
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