Google Street View ist eine Erweiterung des kostenlosen Kartendienstes Google Maps und stellt Fotos von Straßen, Häusern und auch Personen zur Verfügung, die mit den Kartendaten verknüpft sind.
So kann eine Strasse im Computer nicht nur wie bei einer Karte von oben betrachtet werden, sondern man sieht die Umgebung, als wenn man die Strasse entlang laufen würde. So können beispielsweise Hotels angezeigt und per Google Street View überprüft werden, ob das Aussehen des Hotels auch der Beschreibung entspricht.
Google fotografiert zur Erstellung von Street View mit eigens dafür ausgestatteten Fahrzeugen die gesamte Umgebung und führt diese Bilder dann zusammen. Im Internet sind die zusammengefügten Bilder als Panorama für unzählige Punkte in Deutschland abrufbar.
Street View soll in Deutschland noch 2010 gestartet werden, für den Anfang werden die Ansichtsdaten von 20 Großstädten online gestellt. Weitere Städte sollen nach und nach folgen.
Widerspruch
Wer als Eigentümer oder Mieter eines Gebäudes nicht möchte, dass dieses in Google Street View auftaucht, muss Widerspruch einlegen. Google hat dafür eine Frist von 4 Wochen eingeräumt die bereits läuft. Der Widerspruch kann auch nach dieser Frist noch eingelegt werden, dann besteht allerdings die Gefahr, dass die betroffenen Gebäude zum Start des Street View Dienstes noch unverpixelt online zu finden sind.
Der Widerspruch kann direkt per Mail an Google gerichtet werden. Die speziell dafür eingerichtete E-Mail Adresse lautet streetview-deutschland@google.com. Daneben hat Google auch ein Online-Formular eingerichtet, über welches der Widerspruch abgegeben werden kann. https://streetview-deutschland.appspot.com/submission
Für den Widerspruch per Post gibt es direkt vom Bundesministerium für Verbraucherschutz Vorlagen die man einfach mit den eigenen Daten ergänzen kann:
Musterwiderspruch zum Herunterladen
Die Adresse für den Widerspruch lautet:
Google Germany GmbH
betr.: Street View,
ABC-Straße 19
20354 Hamburg
Die Google Germany GmbH wird die Nachricht an die zuständige Google Inc. mit Sitz in den USA weiterleiten.
Die Situation in Jena
In Jena sind bereits Google-Kamerawagen gesichtet worden, daher ist davon auszugehen, dass die Daten der Stadt bereits bei Google vorhanden sind. Zum Start von Google Streetview sollen zwar vorerst nur 20 deutsche Großstädte online gestellt werden, es ist aber nur eine Frage der Zeit bis auch das Jenaer Stadtgebiet per Street View ansehbar sein wird. Bereits jetzt Widerspruch einzulegen wäre also durchaus sinnvoll.
Viele Städte haben auf Street View reagiert und bieten auf ihren Seiten nicht nur Informationen zum Street View Dienst sondern führen auch Sammelwiderspruchslisten (beispielsweise Köln). In diese Listen werden die Widersprüche der Anwohner gesammelt und dann zentral an Google weitergeleitet. So entstehen den Bewohnern keine Kosten für das Porto.
In Jena fehlt diesbezüglich leider noch jede Aktivität. Die Stadtverwaltung hat bisher weder Informationen zu Street View oder den Möglichkeiten eines Widerspruchs online gestellt noch existieren die bereits angesprochenen Sammelwiderspruchslisten. Hier wäre es sehr wünschenswert, wenn schnell nachgebessert würde.