Ortsteilpiraten - Jena-West - 09.11.2011

Heute beginnen wir mit einer neuen Artikelserie der Piraten in Jena. Die beiden Ortsteilräte Wieland Rose (Jena-Zentrum) und Carsten Eckart (Jena-West) berichten aus ihrem realpolitischen Alltag in Jena.

Ortsteilrat Jena-West am 09. November 2011

Gegen 19 Uhr traf sich aufgrund einiger Krankheitsfälle nur der halbe Ortsteilrat in unserem Stammraum im Haus Wettin. Nach freundlichem Begrüßen und austauschen der Neuigkeiten - so wurde ich z. B. auf die eventuelle gemeinsame Unterstützung von Andreas Mehlich zur OB-Wahl und unsere Chancen bei der nächsten Landtagswahl angesprochen - begannen wir direkt mit einem der akutesten Themen im Westviertel: der grundhafte Ausbau der Humboldtstraße.

Die Humboldtstraße, auch Bundesstraße 7, wurde im ersten Halbjahr 2011 komplett gesperrt und wird seitdem komplett neu gebaut. Wenn man eine Bundesstraße durch das verkehrstechnisch sowieso ausgelastete Jena sperrt hat das eindeutige Folgen: völlige Überlastung der Ausweichstraßen. Die sowieso in schlechtem Zustand vorzufindenden Luther- und August-Bebel-Straßen sind überproportional befahren, was Straßenzustand und Anwohnerstimmung unter harte Strapazen stellt. Nach Meinung von Herrn Sárközy, dem stellv. Werksleiter von Kommunalservice Jena, wird die Straße Ende diesen Monats planmäßig freigegeben. Das wäre zumindest höchst erfreulich, auch wenn man sich das anhand der aktuellen Bausituation kaum vorstellen kann. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

Ende diesen Jahres wird die ÜAG aus dem Haus Wettin ausziehen und die Zukunft unseres angestammten Sitzungsortes ist ungewiss. Daher überlegen die Ortsteilräte Zentrum und West eventuell ein gemeinsames Büro zu mieten, welches in der Bachstraße, genau auf der Grenze beider Ortsteile, liegt. Daher versuche ich in der nächsten Woche an der Sitzung des OTR Zentrum teilzunehmen um als Botschafter des glorreichen Westviertels die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Herr Schenker, Bürgermeister und Sozialdezernent Jenas, hat verlauten lassen, dass neben dem Ausbau der Westschule noch eine weitere Schule im Westviertel geplant ist. Vrstl. wird ein Grundstück in der Nähe der Hautklinik gekauft um dem hohen Schulbedarf Jenas begegnen zu können. Anhand der 9.000 Einwohner unseres Viertels kann man natürlich von einem guten Schulstandort ausgehen, da wir bisher auch ausschließlich die Grete-Unrein-Schule und die eben benannte Westschule haben.

Auch wenn der eine oder andere die alltäglichen politischen Themen in den Ortsteilräten langweilig oder unwichtig finden sollte - genau das sind sie nicht. Es ist spannend die kommunale Entwicklung vor der eigenen Haustür beobachten zu können, sowie seine eigenen Ideen in den Arbeitsprozess einzubringen und verwirklicht zu sehen. Politik vor der eigenen Haustür ist relevant - und jeder Hochglanzpolitiker sollte genau dort anfangen.