Ortsteilpiraten - Jena-Zentrum - 16.11.2011

Im ersten Jahr hat der Ortsteilrat Zentrum viel Zeit mit der politischen Arbeitsfindung und dem Thema Eichplatz verbracht. Ich möchte mich aber auf die aktuelle und zukünftige Arbeit konzentrieren. In der Sitzung am 16. November im Vereinszimmer der Kneipe „Wartburg“ behandelten wir als großes Hauptthema die Planungen zum Inselsplatz. Stadtarchitekt Dr. Lerm und Frau Ritz stellten die Pläne für einen Bebauungsplan vor, welcher vorsieht, dass ein Großteil der Baufläche an die Uni vergeben wird, um dort einen zweiten Campus zu errichten. Ziel der Universität soll sein, jetzt noch ausgelagerte Fachstätten zu zentrieren und eventuell das Rechenzentrum mit dem Lehrstuhl der Informatik und der Mathematik dazu zu setzen. Aus dieser Kombination soll nach Vorstellungen des Oberbürgermeisters eine Umgebung geschaffen werden, die die Ansiedlung von IT-Unternehmen begünstigt.

Persönlich halte ich diese Idee des zweiten Campus in der Innenstadt für sehr interessant – aber die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt dazu war, wie schon beim Eichplatz, sehr kritikwürdig. Mit der Campusvorstellung wird den Bürgern eine mehr oder weniger fertige Idee vorgelegt, ohne das irgendwelche Alternativen diskutiert werden. Der Platz ist sehr zentrumsnah und groß und bietet somit für die Stadtentwicklung sehr großes Potential. In Anbetracht dieser Umstände sollte es eine Selbstverständlichkeit der Stadt sein, die Bürger in den Entscheidungsprozess einzubinden. Leider zeigt sich schon jetzt, dass selbe Fehler wie beim Eichplatz begangen werden.

Ich bin gespannt was die Zukunft dazu bringt. Es wurde offen zugegeben, dass es weder ein Konzept für die wegfallenden Parkplätze gibt, noch für die Koordination der möglicherweise gleichzeitigen Großbaustellen auf Insels- und Eichplatz. Zudem steht eine konkrete Zusage der Universität zu diesen Projekt noch aus.

Als weitere Punkte in dieser Sitzung wurde ein Antrag über Förderung eines Vortrages über Antisemitismus an der Universität mehrheitlich begründet – auch von mir – abgelehnt. Der Ortsteilrat hat ein gewisses Budget mit dem er explizit Aktivitäten in und von Jena-Zentrum fördern und unterstützen kann. Diese müssen aber einen deutlichen Bezug zum Ortsteil haben, sodass ein allgemeiner Vortrag aufgrund rechtlicher Vorgaben wohl nicht finanziell unterstützbar ist. Zudem ist es meiner Ansicht nach nicht Aufgabe eines Ortsteilrates politische Vorträge, so wichtig sie auch sind, zu finanzieren.

Ich möchte hiermit die Gelegenheit nutzen alle Einwohner des Zentrums aufzurufen Projekte, Veranstaltungen oder Vereine hier im Mittelpunkt von Jena, welche Unterstützung benötigen, dem Ortsteilrat zu melden. Gemeinsam können wir unseren Ortsteil noch ein Stück lebenswerter machen.

Zum Abschluss noch eine erfreuliche Nachricht: durch die Zusage vom Ortsteilrat Jena-West ist es uns ab Januar voraussichtlich möglich, endlich ein gemeinsames Ortsteilbüro zu eröffnen. Dieses wird sich fast genau auf der Grenze von Jena-Zentrum und -West in der Bachstraße befinden. Ich hoffe das sich auch ein paar interessierte Bürger für persönliche Gespräche dorthin verirren.