BREITBAND FÜR JENA

Jenaer Piraten machen sich für DSL-Ausbau stark

Schnelle Internetanschlüsse sind heute kein Komfortmerkmal mehr, sondern im täglichen Leben so gut wie unverzichtbar geworden. So finden Schüler und Studenten den größten Teil ihrer Unterlagen mittlerweile online, Telearbeitsplätze sind nur möglich, wenn genug Bandbreite verfügbar ist und moderne E-Learning Konzepte basieren oft auf Videoübermittlung. Dies alles macht nur Sinn mit einer ausreichend großen Übertragungsgeschwindigkeit.

In Jena ist das Thema bisher eher nachrangig behandelt worden. Auf der Stadtratssitzung im Januar 2010 mußte die Stadtverwaltung eingestehen, dass zum Stand der Verfügbarkeit und des Ausbaus von Breitbandanschlüssen in Jena keine umfassenden Informationen vorliegen.

Diesbezügliche Anfragen des Oberbürgermeisters an die Anbieter wären bisher nicht beantwortet worden. Für eine "Stadt der Wissenschaft" mit einem hohen Anteil an Studenten und vielen Unternehmen im Bereich des Internets klingt das mehr als unbefriedigend.

Noch deutlicher wird die Hilflosigkeit der Stadtverwaltung, wenn man sich vor Augen hält, dass in einigen Bereichen der Jenaer Innenstadt Breitbandanschlüsse nur schwer oder gar nicht mehr zu bekommen sind. Die bisherigen Leitungssysteme sind nämlich jetzt schon überlastet. Bürger in den entsprechenden Stadtteilen können derzeit auf keinerlei Unterstützung durch die Stadt hoffen.

In einer so einfachen, wie wirkungsvollen Aktion macht sich nun die Piratenpartei Jena für eine Bestandsaufnahme in Sachen DSL stark. Unter dem Motto "Breitband für Jena" haben die Jenaer Piraten eine Google Map mit dem Jenaer Stadtgebiet eingerichtet, auf der jeder Angaben zu seinem eigenen Internetanschluß eintragen kann. Nach und nach entsteht so eine aussagekräftige Übersichtskarte mit der möglichen Bandbreite an einem Wohnort und entsprechenden Hinweisen zum Anbieter.

Mit diesen Informationen lässt sich auf einen Blick erkennen, wo in Jena bereits schnelle Anschlüsse verfügbar sind, aber ebenso wo noch Lücken und Schwachstellen in der Versorgung existieren. Zudem werden Diskrepanzen zwischen den Angeboten der Provider und der vor Ort tatsächlich verfügbaren Bandbreite deutlich. Dies dürfte nicht nur interessant für die Stadtverwaltung sein, sondern auch Wohnungssuchende in Jena können sich auf diese Weise informieren, welcher Internetanschluss an ihrer neuen Adresse verfügbar ist.

Mittlerweile füllt sich die Karte bereits mit entsprechenden farbigen Symbolen und so rufen die Jenaer Piraten alle Bürger auf, sich rege an dieser Aktion zu beteiligen und die eigenen Anschlussdaten unter der Internetadresse http://breitband.piraten-jena.de selbst einzutragen.

Alternativ können die Daten auch per Email an breitband@piraten-jena.de geschickt werden. Der Eintrag wird dann von den PIRATEN Jena vorgenommen.

Die Piratenpartei macht darauf aufmerksam, daß diese Aktion nur ein erster Schritt sein kann, um möglichst schnell entsprechende Informationen zum DSL-Ausbaustand in Jena zu erheben. Die Stadt ist selbst gefordert, in Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern für eine zügige Verbesserung der Versorgungssituation mit schnellem Internet zu sorgen. Vergessen darf man natürlich auch nicht die kleineren Ortsteile wie z.B. Ilmnitz, Wöllnitz oder Maua.

Links:

Kommentare

Wird Zeit...

Ich dachte ich hätte einen schlechten Ortsteil erwischt aber wenn ich
die Karte anschaue... das ist ja echt schlimmer als ich dachte!

Wenn man wenigstens auf TV-Kabel ausweichen könnte wo man heute überall 20 MBit bekommt, aber das gibts auch nicht. Da muss sich dringend was ändern!